In nördlichen Breitengraden ist Aktivsauerstoff ein besonders beliebtes alternatives Desinfektionsmittel zu Chlor. Grundsätzlich ist es für die Messung jedoch entscheidend, ob das verwendete Medium Persulfat oder Peroxid enthält. Mit persulfathaltigen Medien desinfiziertes Wasser wird nach der DPD N° 4 Methode gemessen. Bei Verwendung von peroxidhaltigen Desinfektionsmedien werden Wasserstoffperoxid-Tabletten in Verbindung mit den Ansäuerungs-PT-Tabletten verwendet. In beiden Fällen ist die Bezeichnung "Aktivsauerstoff (O₂)" eigentlich irreführend. Es ist nicht der molekulare Sauerstoff, der oxidiert (desinfiziert), sondern ein Sauerstoffradikal, das sich recht schnell mit einem weiteren Radikal zu molekularem Sauerstoff (der Atemluft) verbindet. Dies ist auch der Hauptnachteil dieser Methode; denn die Desinfektionswirkung hält nicht lange an und die Wirkung ist eher begrenzt. Deshalb wird bei der Desinfektion mit Aktivsauerstoff in der Regel in regelmäßigen Abständen Chlor zugegeben. Bei der DPD N° 4-Methode kann es dann allerdings zu falschen Messwerten kommen (bei gleichzeitiger Verwendung von Chlor und Aktivsauerstoff), da das in dieser Tablette enthaltene Kaliumiodid die Persulfate katalytisch spaltet und somit die Summe aus Persulfat und Chlor angezeigt wird

Aluminium ist eine silbrig-weiße, biegsame Metallschicht, die an der Luft mit einer Oxidschicht überzogen wird. Die Salzbildung setzt sich aus Säuren und Basen zusammen, in diesem Fall meist dreiwertig, selten einwertig. Mit ca. 8 % in der Erdkruste ist es das am häufigsten vorkommende Metall und das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Aluminium wird aus Bauxit, Feldspat, Glimmer und Tonen gewonnen. Technisch wird es als Legierungselement für Stähle, Bronzen, Desoxidationsmittel, für Farben, Reflektoren und zum Schweißen verwendet. Aluminiumverbindungen werden als Flockungsmittel und als Flockungshilfsmittel in der Wasseraufbereitung eingesetzt. Aluminiumverbindungen werden auch in medizinischen Produkten und Kosmetika eingesetzt. Der Eintrag von Aluminium in das Trinkwasser kann durch unzureichende Flockung, Lösungsprozesse aus Böden, saurem Regen oder Abwasser sowie aus der Aluminium verarbeitenden Industrie erfolgen. Aluminium liegt im Grundwasser in Konzentrationen von 0.01 - 0.10 mg/l vor. Die durchschnittliche tägliche Aufnahme über das Trinkwasser liegt bei 0.5 mg/Tag. Grenzwert der Trinkwasserverordnung: 0.200 mg/l.

Das Ammonium-Ion NH₄⁺ + ist ein Kation, das chemisch ähnlich wie Alkalimetall-Ionen reagiert und Salze mit entsprechender Formel bildet, wie z. B. Ammoniumnitrat (Ammoniumnitrat) NH₄NO₃ oder Ammoniak (Ammoniumchlorid). Es ist die konjugierte Säurebase für Ammoniak NH₃. Sie ist nicht zu verwechseln mit quartären Ammoniumverbindungen, bei denen der Stickstoff ebenfalls vier Bindungspartner hat, allerdings sind dies alles organische Reste und keine Wasserstoffatome. In der natürlichen Umwelt entsteht Ammoniak jedoch vor allem beim Abbau von Proteinen. Es wird von Fischen und den meisten anderen Wasserorganismen als Endprodukt ausgeschieden, zum Beispiel über die Kiemen. Auch bei der bakteriellen Zersetzung von abgestorbener Biomasse wird es als Endprodukt freigesetzt. Es spielt eine wichtige Rolle im Zitronensäurezyklus, in dem es mit alpha-Ketoglutarat zu Glutaminsäure reagiert. Ammonium wird im Boden zunächst zu Nitrit und von anderen Bakterienarten (Nitrobacter) zu Nitrat weiter oxidiert und damit "entgiftet", in Bereichen unter Sauerstoffverbrauch von Bakterien (Nitrosomonas). Neben den Bakterien spielen auch Archaeen eine wichtige Rolle bei der Ammoniumoxidation im Boden. [3] Dieser Prozess wird Nitrifikation genannt und ist im Boden durchaus erwünscht. Nitrifikation ist auch ein wichtiger Teil der Selbstreinigung im Wasser. Ammoniak ist schon in geringen Konzentrationen für Fische giftig. So gelten Ammoniumgehalte im Wasser von 0.5 bis 1.0 mg/l, je nach pH-Wert des Wassers, als bedenklich für das Fischleben. Ammonium-Werte über 1 mg/l in Gewässern ist nicht geeignet für die Fischerei Zwecke.

Das Element Bor ist in 0.001 % der Erdkruste vorhanden. In der natürlichen Umwelt liegt es als Boroxid vor, in natürlichen Gewässern hauptsächlich in Form von Borsäure, H₃BO₃ oder B(OH)₃. Für Pflanzen ist es ein existenzielles Element zur Stabilisierung von Membranen. Borate werden in der Glasherstellung, aber auch als Flammschutzmittel eingesetzt und finden auch in Seifen, Kosmetika und Waschmitteln Verwendung. Bor kann, bedingt durch Reinigungsmittel, auch über natürliche Vorkommen im Trinkwasser zu finden sein. In der öffentlichen Wasserversorgung in Deutschland werden selten mehr als 0.3 mg/l Bor im Trinkwasser gefunden. In anderen Ländern (USA, Großbritannien, Chile) ist aufgrund geogener Prozesse mit deutlich höheren Borkonzentrationen zu rechnen. Kommerziell erhältliche natürliche Mineralwässer können deutlich mehr Bor enthalten, als im Trinkwasser vorkommt. Grenzwert der Trinkwasserverordnung: 1.0 mg/l.

Die Verwendung von Brom als Desinfektionsmittel wird immer mehr zu einer beliebten Alternative zu Chlor. Der Vorteil dieser Methode ist, dass gebundenes Brom im Vergleich zu gebundenem Chlor (Chloramin) geruchsneutral ist. Das heißt, die Desinfektionswirkung ist die gleiche, aber die menschlichen Schleimhäute werden nicht gereizt. Nachteile bei der Verwendung von Bromprodukten sind jedoch die eingeschränkte Oxidationswirkung sowie die höheren Preise und Handhabungsrisiken. Oft wird eine Kombination aus Brom und Chlor verwendet; dies erschwert jedoch die Bestimmung der Konzentration. Nach der DPD-Methode Nr. 1 wird nun bei Messungen (wenn Chlor mit Brom verwendet wird) die Gesamtkonzentration von freiem und Gesamtbrom und freiem Chlor angegeben. Um in diesem speziellen Fall die Bromkonzentration zu ermitteln, muss das freie Chlor mit Hilfe von DPD-Glycin in gebundenes Chlor umgerechnet werden. Im Gegensatz zu Chlor arbeitet das Bestätigungsreagenz "DPD N° 1" sowohl mit freiem als auch mit gebundenem Brom und ermittelt somit immer den Gesamtbromgehalt.

Der chemische Sauerstoffbedarf, CSB, ist als Summenparameter ein Maß für die Summe aller oxidierenden Stoffe, die unter bestimmten Bedingungen im Wasser vorhanden sind. Er gibt die Menge an Sauerstoff (in mg/l) an, die für ihre Oxidation benötigt würde, wenn Sauerstoff das Oxidationsmittel wäre. Man spricht auch von der "Oxidierbarkeit Cr-VI" (Chromatverbrauch, wenn dieser das Oxidationsmittel wäre), im Vergleich zu Kaliumpermanganat ("Oxidierbarkeit Mn VII"). Neben dieser Verwendung wird als Maß für die Konzentration an chemisch oxidierbaren Stoffen im Wasser der chemische Sauerstoffbedarf (als Maß für die chemisch oxidierbaren Stoffe bei der Herstellung einer Produktmenge in das Abwasser eingeleitet (g/kg Produktmenge), bzw. in einem Zeitraum entsorgt (t/a, Tonnen pro Jahr), verwendet.

Carbohydrazid, auch bekannt als Hydrazinhydrat, ist eine chemische Verbindung, die häufig als Reduktionsmittel in verschiedenen industriellen Prozessen verwendet wird. Es wird auch als Reagenz bei der Bestimmung bestimmter Metalle und Anionen in Wasser verwendet. Daher kann die Messung des Carbohydrazid-Wertes von Wasser wichtige Informationen über das Vorhandensein bestimmter Metalle und Anionen im Wasser liefern, die zur Bewertung der Wasserqualität und zur Bestimmung seiner Eignung für verschiedene Verwendungszwecke verwendet werden können.

Chlor (in Form von Natriumhypochlorit, Calciumhypochlorit, Chlorgas, chlorierten Isocyanuraten, ...) hat sich weltweit als das führende Desinfektionsmittel für Schwimm- und Badebecken durchgesetzt. Zur Messung der im Wasser vorhandenen Chlorkonzentration sind nach DIN EN 7393 3 Teilwerte zu unterscheiden. 1.) Freies Chlor: Chlor, das als Hypochlorsäure, Hypochlorit-Ionen oder als gelöstes, elementares Chlor vorliegt. 2.) Gebundenes Chlor: Anteil des Gesamtchlors, der in Form von Chloraminen und allen chlorierten Derivaten von organischen Stickstoffverbindungen vorhanden ist. 3.) Gesamtchlor: Die Summe der beiden anderen genannten Formen. Während freies Chlor sofort eine Desinfektionswirkung erzeugt, ist das Desinfektionspotential von gebundenem Chlor stark begrenzt. Chloramine sind verantwortlich für den Geruch von Schwimmbädern und die Reizung der menschlichen Schleimhäute, die zu roten Augen führen. Ein Vertreter dieser Stoffklasse ist Stickstoffchlorid, das der Mensch bereits bei einer Konzentration von 0.02 mg/l wahrnimmt. Die Messung des freien Chlors erfolgt nach der DPD N° 1 Methode. Hierbei wird die Indikatorchemikalie N,N-Diethyl-p-phenylendiamin (DPD) durch Chlor oxidiert und verfärbt sich rot. Je intensiver die Verfärbung ist, desto mehr Chlor ist im Wasser vorhanden. Durch photometrische Messungen oder den optischen Vergleich mit einer Farbskala kann die Chlorkonzentration gemessen werden. Wird nun eine DPD N° 3 Tablette zu dieser Probe gegeben, so wird auch das gebundene Chlor markiert. Der Messwert entspricht nun auch der Gesamtchlorkonzentration. Die Konzentration des gebundenen Chlors entspricht der Differenz zwischen Gesamtchlor und freiem Chlor. Da geringste Spuren der aktiven Chemikalien in DPD N° 3 Tabletten dazu führen, dass während der Messung gebundenes Chlor aktiv wird, muss vor der nächsten DPD N° 1 Messung unbedingt darauf geachtet werden, dass das Messgerät ausreichend gereinigt wird, um Fehlmessungen zu vermeiden. Die Verwendung von zwei unterschiedlich kalibrierten Gefäßen (eines generell für die Messung von freiem Chlor und das andere für die Messung von Gesamtchlorwerten) wird dringend empfohlen.

Chlordioxid (2.33-mal schwerer als Luft) ist als gasförmige Verbindung des Halogens Chlor mit Sauerstoff (ClO₂) bekannt; es hat gegenüber reinem Chlor den Vorteil, dass es die Geruchs- und Geschmackswahrnehmung weniger beeinträchtigt und auch als Antivirusmittel wirkt. Chlordioxid wird auch in speziellen Anlagen in der Nähe des Produktionsstandortes durch Kombination von Chlorgas und/oder unterchloriger Säure und einer flüssigen Natriumchloritlösung (NaClO₂) (10:1) hergestellt. Im Mittel werden 0.05 mg/l - 0.20 mg/l als durchschnittliche Minimal-/Maximalwerte angenommen.

Chloride sind in der natürlichen Umwelt weit verbreitet, insbesondere als Natriumchlorid (Kochsalz), Kaliumchlorid und Calciumchlorid. Etwa 0.05 % der Erdkruste enthält Chlorid. Der Mensch nimmt täglich etwa 3 - 12 g Cl⁻ (entsprechend 5 - 20 g NaCl) mit der üblichen Nahrung auf. Es wird über die Nieren und mit dem Schweiß ausgeschieden. Konventionelle Wasseraufbereitungsverfahren reduzieren die Chloridkonzentration nicht. Es ist ein Verfahren zur Entsalzung (Umkehrosmose, Ionenaustausch, Destillation) erforderlich. Mit der Zugabe von Salzsäure oder chloridhaltigen Flockungsmitteln zur pH-Korrektur wird die Chloridkonzentration im Wasser erhöht. Werte über 250 mg/l können dem Wasser einen salzigen Geschmack verleihen, Konzentrationen über 500 mg/l werden als unangenehm empfunden. Grenzwert der Trinkwasserverordnung: 250 mg/l.

Salze von Chlorsäuren HClO₂ werden als Chlorit bezeichnet. Im Chlorit-Anion (ClO₂⁻) hat Chlor die Oxidationszahl +3. In diesem Zustand ist Chlor und Chlorit ein starkes Oxidationsmittel und leicht zersetzbar. Chlorite werden durch Einbringen von Chlordioxid (ClO₂) in Natriumhydroxid-Wasserstoffperoxid-Lösungen hergestellt. Das wichtigste davon ist das Natriumchlorit, ein weißes, kristallines Salz. In reiner Form ist es beständig und in Lösung sicher zu handhaben. In Mischung mit brennbaren Stoffen ist es explosiv. Die schwer wasserlöslichen, hellgelb gefärbten Chlorite von Silber und Plump sind explosiv und dürfen nur unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen in reiner Form isoliert werden. Sie werden als Bleichmittel für Textilien verwendet. Das beim Ansäuern freiwerdende ClO₂ bleicht faserschonend. Im Wasser bildet sich Chlorit bei der Desinfektion mit Chlordioxid. Chlorit lagert sich im Wasser zu Chlorat ab. Chlorit und Chlorat haben eine toxikologisch ähnliche Wirkungsweise.

Chrom (von altgriechisch Farbe) ist ein chemisches Element mit dem Atomsymbol Cr und der Ordnungszahl 24. Es ist eines der Übergangsmetalle im Periodensystem in der 6. Untergruppe (Gruppe 6) oder Chromgruppe. Die Verbindungen des Chroms haben viele verschiedene Farben und werden oft als Pigmente in Tinten und Lacken verwendet. Chrom im Wasser: Chrom kommt in der Natur nicht in freier Form vor. Das wichtigste Chrommineral ist Chromit. Chromverbindungen sind in geringen Mengen in der aquatischen Umwelt natürlich vorhanden. Es kann durch eine Vielzahl von Industrieabwässern in Oberflächengewässer gelangen. Es wird zur Veredelung von Metalloberflächen oder Metalllegierungen verwendet. Rostfreier Stahl enthält 12 - 15 % Chrom. Chrommetall wird weltweit in Mengen von etwa 20.000 Tonnen pro Jahr hergestellt. Es lässt sich auf Hochglanz polieren und oxidiert nicht an der Luft. Aus der Metallindustrie gelangt Chrom hauptsächlich in der dreiwertigen Form ins Wasser. Sechswertiges Chrom in Industrieabwässern stammt hauptsächlich aus der Gerberei und Färberei. Chromverbindungen werden als Pigmente und zum Gerben von Leder verwendet. 90 % des Leders wird mit Hilfe von Chromverbindungen gegerbt, wobei das Abwasser in der Regel etwa 5 ppm Chrom enthält. Sie sind auch nützlich als Katalysatoren bei der Imprägnierung von Holz, bei der Herstellung von Audio- und (Fortsetzung Chrom) Videokassetten und Lasern. Chromit ist das Ausgangsmaterial für verschiedene feuerfeste Materialien und Chemikalien. Im Hausmüll kann Chrom aus verschiedenen synthetischen Materialien sein. Das Isotop ⁵¹Cr wird bei der Kernspaltung freigesetzt und kann für medizinische Diagnosezwecke verwendet werden.

Bei der Verwendung von organischen Chlorprodukten (Trichlorisocyanursäure und Natriumdichlorisocyanurat) bildet die sogenannte "Isocyanursäure" den Trägerstoff für das Chlor. Während der Vorteil der organischen Chlorprodukte eindeutig im höheren Anteil an aktivem Chlor (bis zu 90%) liegt, kann die Trägersubstanz Isocyanursäure bei hohen Konzentrationen im Wasser (>50 mg/l) die Geschwindigkeit, mit der das Chlor die Bakterien abtöten kann, begrenzen. Es wird daher empfohlen, die Cyanursäure genauso regelmäßig zu messen wie den Chlorgehalt des Beckens, um dieser Tatsache nicht durch eine höhere Chlorzugabe entgegenzuwirken (was zu einer höheren Isocyanursäurezugabe führt).

DBNPA (2,2-Dibrom-3-nitrilopropionamid) ist ein schnell wirkendes Biozid, das sowohl unter sauren als auch unter alkalischen Bedingungen hydrolysiert. Es wird vorzugsweise in Wasser eingesetzt, weil es dort zum einen schnell wirkt und zum anderen sehr schnell abgebaut wird. TMA hat eine ähnliche Wirkung wie Halogenbiozide. DBNPA wird u. a. in der Papierherstellung als Konservierungsmittel in Papierstreichmassen und in Schlämmen eingesetzt.

Eisen gelangt normalerweise über eisenhaltige Leitungen in das Trinkwasser. Diese sind zwar oft mit einer Schutzschicht aus Zink überzogen, die Korrosion (Rost) verhindern soll, jedoch führt die Zunahme von Eisen im Wasser zu einer allmählichen Erosion der Zinkschicht (siehe Erklärung zu Zink). Der Grenzwert für Trinkwasser (gemäß Trinkwasserverordnung->DWR) liegt bei 0.2 mg/l (= Milligramm pro Liter, 1 Milligramm = 1 Tausendstel Gramm). Der für die DWR festgelegte Grenzwert für den Eisengehalt ist in diesem speziellen Fall als technische Anforderung zum Schutz vor Ablagerungen in Behältern und Leitungen gedacht. Der Eisengehalt im Trinkwasser liegt in der Regel deutlich unter dem für den Menschen als schädlich angesehenen Grenzwert von 200 mg. Jedoch kann bereits ein Gehalt von mehr als 0.2 mg/l zu unangenehmen Effekten führen, da Eisen-Ionen bei Kontakt mit gelöstem Sauerstoff sichtbar ausflocken. Verfärbungen, Trübungen, Ablagerungen und ein rostiger und metallischer Geschmack sind die Folgen dieses Prozesses. Aus diesen Gründen sind oft schon geringe Mengen an Eisen störend.

Die elektrische Leitfähigkeit wird in der Einheit μS/cm gemessen und ist ein physikalischer Parameter in der Wasseranalyse. Reinstwasser hat eine sehr geringe Leitfähigkeit von ca. 0.05 μS/cm. Im Wasser gelöste Ionen wie Chloride, Sulfate oder Carbonate führt dazu, dass elektrischer Strom geleitet werden kann. Dadurch kann die Höhe des Leitwertes Hinweise auf Verunreinigungen, Wasserhärte oder Mineralsierung geben. Aufgrund seines hohen Salzgehaltes beträgt die Leitfähigkeit von Meerwasser daher 56.0 mS/cm. Für den Menschen können sowohl zu niedrige als auch zu hohe Ionenkonzentration schädlich sein, weshalb die WHO einen oberen Grenzwert für die elektrische Leitfähigkeit von 400 μS/cm festgelegt hat. Zur Senkung des Leitwertes können Umkehrosmosefilter oder Aktivkohlefilter verwendet werden.

Farbstandards werden nach der APHA (American Public Health Association) mit der Platin-Kobalt (Pt / Co)-Skala definiert. Ein weiterer Farbstandard ähnelt der Platin-Kobalt (Pt/Co)-Skala und ist nach dem Chemiker Allen Hazan Hazan als Hazan-Skala benannt. Ursprünglich war der Standard dazu gedacht, die Farbe von Abwasser zu beschreiben, aber die Verwendung wird nun auf industrielle Anwendungen in der chemischen, pharmazeutischen, Getränke-, Kunststoff- und Ölindustrie ausgeweitet. Die Farbskala reicht von 0 - 500 Einheiten in ppm Platin-Kobalt zu destilliertem Wasser. Die Farbe des Wassers wird als Maß für die Konzentration der gelösten Partikel im Wasser verwendet. So können Verunreinigungen - hauptsächlich durch organische Verbindungen - als Farbe gemessen werden.

Fluorescein ist ein stabiler fluoreszierender Tracer-Farbstoff, der grünes Licht mit Wellenlängen zwischen 520 und 530 nm bei Exikation mit blauem Licht mit einem Absorptionsmaximum bei 495nm emittiert. Er bietet eine genaue, kostengünstige Methode zur Überwachung von industriellen Kesselanwendungen, wenn eine feste, bekannte Menge dem Dosierprogramm zugegeben wird. Einmal dem Wasserkreislaufsystem zugegeben, ist es über die Zeit stabil und umweltverträglich, wenn es in den für die Kesselwasseranalyse erforderlichen Konzentrationen dosiert wird.

Fluorid ist das einwertige Anion (F⁻) des Wasserstoffs Fluorid. Es kommt in Form von Verbindungen vor, die überwiegend in Gesteinen zu finden sind. Die Häufigkeit in der Erdkruste wird mit 0.065 %, (Gewicht) angegeben. Über fluoridhaltige Gesteine gelangt das Salz ins Trinkwasser. In Deutschland liegt der Durchschnitt, unabhängig vom Grundwasser, bei 0.10 - 0.18 mg/l. Nur in 0.3 % aller Trinkwasserproben wurden Fluoridwerte über 1.5 mg/l festgestellt. Geogene und/oder umweltbedingte Ursachen wurden in Ländern wie Indien, Kenia und Südafrika mit Fluoridkonzentrationen über 25 mg/l hervorgerufen. Fluorid wird vom Körper leicht aufgenommen und wieder abgelagert, wobei sich bis zu 98 % in den Knochen und Zähnen befinden. Mengen von Fluorid bei 1.0 mg/l bewirken eine kariesprophylaktische Wirkung, jedoch können tägliche Mengen von 1.5 bis 2.0 mg/l bereits zu einer Zahnfluorose führen. Diese schädigt den Zahnschmelz und führt zu Osteosklerose, einer Erkrankung, die zu Versteifungen der Wirbelsäule, des Brustkorbs und der Gelenke führen kann. Eine Fluoridierung des Trinkwassers in Deutschland wird aufgrund des engen Nebeneinanders von schützenden und auch schädigenden Wirkungen nicht in Betracht gezogen. Abgesehen vom möglichen Versagen der individuellen Zahnhygiene der Verbraucher würde die Fluorierung des Trinkwassers zu einer erheblichen Belastung der Umwelt mit Fluorid führen, die nicht anders zu bewerten ist als die industriellen Emissionen dieses Stoffes. Zudem wird die Fluorierung als "Zwangsmedikation" über das Trinkwasser kontrovers diskutiert. Grenzwert der Trinkwasserverordnung: 1.5 mg/l.

Die meisten Wasserorganismen benötigen eine Mindestkonzentration an Sauerstoff, welcher in geringen Konzentration im Wasser gelöst ist. Dabei kann Sauerstoff auf verschiedenen Wegen ins Wasser gelangen. Zum einen wird es bei der Photosynthese von Pflanzen, Algen und manchen Bakterien freigesetzt. Darüber hinaus wird es auch direkt aus der Atmosphäre absorbiert. Der Sauerstoffgehalt des Wassers hängt von verschiedenen Faktoren wie Temperatur, Druck und Salzgehalt ab. Eine Temperaturerhöhung kann daher zu einer Abnahme des gelösten Sauerstoffgehaltes führen. Der Sauerstoffgehalt hängt von allen physikalischen, chemischen und biochemischen Faktoren ab und zeigt die Summe aller sauerstoffliefernden und -zehrenden Vorgänge an. Die Dynamik des Sauerstoffgehaltes kann nur durch kontinuierliche Erfassung von Messdaten ermittelt werden. Je höher die Bioaktivität des Systems ist, desto geringer ist der Sauerstoffgehalt. Dies kann im Extremfall dazu führen, dass das Gewässer infolge übermäßigem biologischen Abbaus von organischem Material „kippt“.

Die Tannine (vom französischen tannin, auch kondensierte Proanthocyanidine genannt): Die technische Hauptanwendung der Tannine liegt in der Lederherstellung (Gerbung), wo sie als Gerbstoffe zur Vernetzung der Kollagenmoleküle und damit zur Erhöhung der Haltbarkeit und des Schutzes gegen Mikroorganismen eingesetzt werden. In der chemischen Industrie werden Tannine zur Gewinnung von Gallussäure und Pyrogallol eingesetzt. Durch Kondensation mit geeigneten Vernetzungsmitteln (z.B. Formaldehyd) zu hochmolekularen Kondensationsprodukten können Bindemittel zur Verleimung von Holzwerkstoffen eingesetzt werden. Als ausgeprägte Antioxidantien werden sie als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt und dienen auch der Lebensmittelkonservierung. Sie haben auch antivirale und antibakterielle Eigenschaften. In der Medizin werden Tannine wegen ihrer adstringierenden Wirkung als blutstillendes Mittel, als Antiseptikum oder zur Behandlung von übermäßigem Speichelfluss (Sialorrhoe) eingesetzt. In der Volksmedizin wird die schleimlösende Wirkung der Eichenrinde in Europa (für Bäder) und der Rinde von Acacia Verek in Afrika genutzt.

Erythorbinsäure, auch bekannt als Isoascorbinsäure, ist eine chemische Verbindung, die als Lebensmittelkonservierungsmittel und Antioxidans verwendet wird. Sie ist eine natürlich vorkommende Form von Vitamin C und wird häufig verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt, um deren Haltbarkeit zu verlängern und die Bildung von schädlichen Nebenprodukten, wie z.B. Karzinogenen, zu verhindern. Im Hinblick auf die Wasserqualität kann die Messung des Erythorbinsäurewerts von Wasser wichtige Informationen über das Vorhandensein dieser Verbindung im Wasser liefern. Dies kann aus einer Reihe von Gründen nützlich sein. Wenn der Erythorbinsäurewert des Wassers beispielsweise zu hoch ist, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass das Wasser durch industrielle oder landwirtschaftliche Abwässer verunreinigt wurde, was für die menschliche Gesundheit schädlich sein kann. Außerdem kann ein hoher Gehalt an Erythorbinsäure im Wasser auch den Geschmack und Geruch des Wassers beeinträchtigen, so dass es unangenehm zu trinken ist.

KS4,3 Die Azidität wird auch als m-Alkalinität, Gesamtalkalinität, Hydrogenkarbonathärte, Säurepuffervermögen, temporäre Härte, ... bezeichnet. Die Alkalinität beschreibt die Fähigkeit des Wassers, die Erhöhung des ph-Wertes durch Chemikalien (Flockungsmittel, Desinfektionsmittel - z. B. Chlorprodukte -, die den pH-Wert senken oder erhöhen, zu puffern.) Um eine ausreichende Pufferwirkung zu erzielen, sollte die Alkalinität mindestens 0.7 mol/m³ bzw. mmol/l betragen. Dieser Wert entspricht den im Wasser gelösten wasserstoffhaltigen Stoffen. Die Pufferwirkung im pH-Bereich 4.2 - 8.2 beruht auf einem Gleichgewicht zwischen Hydrogencarbonat-Ionen und im Wasser gelöstem Kohlendioxid. Werden Chemikalien zugegeben, die den pH-Wert des Wassers senken (Säuren), dann verbindet sich das Hydrogencarbonat-Ion mit diesen zu Kohlensäure (die sich wiederum in Kohlendioxid und Wasser auflöst) und Wasser. Bei einem pH-Wert von 4.3 sind alle Hydrogencarbonat-Ionen verbraucht; daher die Bezeichnung KS4,3 Acidität. Werden dagegen Chemikalien zugegeben, die den pH-Wert anheben (Basen), so bilden sich aus gelöstem Kohlendioxid und Wasser wieder Hydrogencarbonat-Ionen. Das veränderte Verhältnis zwischen gelöstem Kohlendioxid und Hydrogencarbonat-Ionen bestimmt somit einen neuen pH-Wert. Bei Alkalien unter 0.7 mmol/l wird das Pufferungsvermögen des Wassers zu gering, so dass die Bestimmung des pH-Wertes schwierig wird. In solchen Fällen verändern kleine Mengen an Säuren und Basen den pH-Wert sofort und intensiv. Außerdem wirkt das Wasser korrosiv auf die Rohrleitungen. Ein zu niedriger Alkalitätswert kann durch die Zugabe von Natriumhydrogencarbonat und/oder Natriumcarbonat erhöht werden. Bei hohen Alkalinitätswerten ist die Pufferwirkung jedoch zu groß und es werden große Mengen an pH-Regulatoren benötigt, um eine Änderung des pH-Wertes zu erreichen. Außerdem neigt Calcium bei ungünstigen Bedingungen (Erwärmung, pH > 8.2) zur Ausfällung, da sich Carbonat-Ionen aus Hydrogencarbonat-Ionen bilden, die wiederum in Gegenwart von Calcium oder Magnesium wasserunlösliche Verbindungen bilden (siehe Gesamthärte). Eine zu hohe Alkalinität kann durch - zumindest teilweisen - Wasseraustausch korrigiert werden. Da bei pH-Werten über 8.2 das Gleichgewicht zwischen Hydrogencarbonat-Ionen und Carbonat-Ionen gestoppt wird, muss die Alkalinität des Wassers dann (pH-Wert über 8.2) mit der Alkalinitäts-P-Methode gemessen werden.

Harnstoff ist eine organische Verunreinigung, die hauptsächlich durch menschliche Ausscheidungen wie Urin oder Schweiß in das Badewasser eingetragen wird. Die Konzentration steigt bei einem hohen Badevolumen oder durch Wärme an. Harnstoff selbst ist eine kristalline und farblose Verbindung, die vollständig in Wasser löslich ist. In Wasser wird Harnstoff durch im Wasser vorhandene Enzyme oder Bakterien zu CO₂ und Ammonium zersetzt. Die Zersetzung kann jedoch auch oxidativ erfolgen. Obwohl Harnstoff selbst geruchlos ist, bilden sich bei der Oxidation mit einem Desinfektionsmittel wie Chlor sogenannte Chloramine, die für den charakteristischen Chlorgeruch verantwortlich sind und auch als gebundenes Chlor bezeichnet werden. Da bei der Reaktion Aktivchlor verbraucht wird, kann eine Nachdosierung des Desinfektionsmittels erforderlich sein. Harnstoff ist daher ein guter Indikator für den Verschmutzungsgrad von Badegewässern. Die Nachweismethode ist enzymatisch, daher muss das PL Urea 2 Reagenz bei 4 - 8 °C gelagert werden und die Probe bei 20 - 30 °C Wassertemperatur gemessen werden.

Hydrazin wird zur Stromerzeugung in sekundären elektrochemischen Zellen und alkalischen Brennstoffzellen verwendet, vor allem in der Luft- und Raumfahrt, in U-Booten (dort auch als integraler Bestandteil eines Rettungssystems) und anderen militärischen Einrichtungen. Verdünnte Hydrazinlösungen werden als Reagenzien im Labor und für die Desoxygenierung (Freisetzung von Sauerstoff) von Kesselspeisewasser in Dampfkraftwerken verwendet. Es wird sowohl zur Entfernung von Restsauerstoff nach der Entgasung von Speisewasser, zum Schutz vor möglichen Sauerstoffmangelpausen im Bereich des Kondensators, als auch zur katalytischen Entfernung von Sauerstoff aus dem Zusatzwasser eingesetzt. Der Vorteil der Verwendung von Hydrazin ist, dass bei dieser Reaktion nur Stickstoff und Wasser gebildet werden. Neben der Desoxygenierung wird auch eine Anhebung des pH-Wertes im Wasser-Dampf-Kreislauf erreicht.

Grundsätzlich finden sich im nicht destillierten Wasser gelöste Salze der Erdalkalielemente Calcium und Magnesium. In seltenen Fällen können auch Strontium und Barium vorkommen. Diese verbinden sich mit Carbonat-Ionen zu wasserunlöslichen Verbindungen (Calcium). Durch die Messung der Gesamthärte wird die potentielle Gefahr der Calciumausfällung gemessen, da sich bei Erwärmung des Wassers oder bei pH-Werten über 8.2 aus Hydrogencarbonat-Ionen die benötigten Carbonat-Ionen bilden (vgl. Alkalität). Bei der Messung der Calciumhärte (SVZ1300-Tablettenverfahren) wird nur der Anteil des im Wasser gelösten Calciums gemessen. Die Menge des im Wasser gelösten Magnesiums wird aus der Differenz zwischen der Messung und der Gesamthärte ermittelt.

Iodine ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol I, und der Ordnungszahl 53. Es steht in der 7. Hauptgruppe des Periodensystems (17 Gruppen) und gehört damit zu den Halogenen. Der Name leitet sich von dem altgriechischen Wort "ioeides" für "violette Farbe" ab. Beim Erhitzen sind die freigesetzten Dämpfe charakteristisch violett. Iodtinktur und Iodoform enthalten Iod in elementarer oder kombinierter Form und werden als antiseptisches oder antimykotisches Mittel verwendet. Es wird angenommen, dass die desinfizierende Wirkung auf der Eliminierung von Sauerstoff aus dem Wasser beruht. Dieser Sauerstoff ist kurz nach seiner Freisetzung besonders reaktiv (in statu nascendi). Iod wird daher in bestimmten Fällen zur Entkeimung von Wasser in Schwimmbädern eingesetzt. Es ist in diesem Zusammenhang von Vorteil, da Iod weniger aggressiv ist als Chlor. Allerdings kann diese Wasseraufbereitung keine Algen abtöten, so dass ein zusätzliches Algizid zugegeben werden muss. Der intensive Einsatz von Iod kann zu Hautverfärbungen führen. Außerdem besteht die Gefahr einer Allergisierung. Beides ist vermeidbar durch den Einsatz sogenannter Iodophore, Trägermaterialien, die in der Lage sind, Iod zu binden.

Isothiazolinone sind heterocyclische organische Verbindungen, welche aufgrund ihrer bakteriziden und fungiziden Wirkung vor allem als Biozide Anwendung finden. Darüber hinaus werden sie in der Produktion von Reinigungsmitteln, Farben, Lacken und Klebstoffen sowie bei der Papierherstellung verwendet. Isothiazolinone wirken zelltoxisch und sind als hautsensibilisierend eingestuft. Damit stehen sie im Verdacht Allergien auszulösen. In Hautcremes sind Isothiazolinone deshalb seit 2017 verboten, während sie bei abwaschbarer Kosmetik bis zu einem Grenzwert von 15 mg/l eingesetzt werden dürfen.

Als siebthäufigstes Element ist Kalium mit 2.6 % in der Erdkruste vertreten. Im Grundwasser sind K⁺ -Ionen in der Regel in viel kleineren Mengen enthalten als Na⁺ -Ionen, da Kalium ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen ist. Der menschliche Kalibedarf liegt bei etwa 2 - 3 g pro Tag. Die Auswirkungen auf Wasser und Leitungsnetze sind für Kalium nicht bekannt.

Kieselsäure (oft: Siliziumdioxid) ist ein Sammelbegriff für die Modifikationen der Oxide des Siliziums mit der Formel SiO₄⁴⁻. Der Großteil der Sandvorkommen besteht dennoch aus Kieselsäure (Quarz), nicht nur, weil sie häufig vorkommt, sondern auch wegen ihrer Härte und chemischen Beständigkeit und insbesondere wegen ihrer Witterungsbeständigkeit. Kieselsäure ist der Hauptbestandteil aller Quarzgläser. Die Löslichkeit von Kieselsäure in Wasser ist stark von der Modifikation bzw. der Temperatur der Kieselsäure abhängig. Die Löslichkeit von hochkristallinem Quarz liegt bei 25 °C bei etwa 10 mg SiO₄⁴⁻ pro Liter Wasser. Es ist jedoch zu bedenken, dass sich das Lösungsgleichgewicht sehr langsam einstellen kann. Die ungeordneten amorphen Kieselsäuren sind bei der gleichen Temperatur mit 120 mg/l Wasser deutlich besser löslich. [3] Einige natürliche Wässer enthalten neben Kieselsäure auch kolloidales Siliziumdioxid (SiO₄⁴⁻), das in Wasser bei normalen Temperaturen nicht zu Kieselsäure hydratisiert. Das mengenmäßig wichtigste, das in Form von Kieselsäure vorliegt, ist Glas. Normalerweise wird es mit Substanzen wie Aluminiumoxid, Boroxid, Kalzium- und Natriumoxid gemischt, um die Schmelztemperatur zu senken und die Verarbeitung oder die Eigenschaften des Endprodukts zu erleichtern. Reines Siliziumdioxid ist, schwer zu schmelzen, und deshalb ist Quarzglas besonders widerstandsfähig gegen Temperatur und Temperaturschwankungen.

Carbohydrazid ist ein weißer kristalliner Feststoff mit einem Schmelzpunkt von 153 - 154 °C., an dem es sich zersetzt. Es ist gut löslich in Wasser, jedoch weitgehend unlöslich in organischen Lösungsmitteln. Carbohydrazid wird zum Abfangen von Sauerstoff bei der Aufbereitung von Kesselwasser verwendet. Es ist eine Alternative zum gefährlichen und potenziell krebserregenden Hydrazin. Carbohydrazid reagiert mit Sauerstoff unter Bildung von Wasser, Stickstoff und Harnstoff. Außerdem passiviert es Metalle und reduziert Metalloxide (Eisenoxid -> Eisenoxid; Kupfer -> Kupferoxid). Es wird häufig bei der Herstellung von Arzneimitteln, Herbiziden, Pflanzenwachstumsregulatoren und Farbstoffen verwendet.

Für die Messung von Kupferwerten kann es unterschiedliche Gründe geben. Im Bereich des Trinkwassers werden Kupfermessungen durchgeführt, um die Qualität des Trinkwassers zu bestimmen. Es gibt keine offiziell zulässigen Höchstwerte für Kupfer im Trinkwasser, aber es gibt empfohlene Werte zwischen 2 - 3 mg/l. Kupfer ist ein Spurenelement und damit für den Menschen lebensnotwendig. Eine tägliche Aufnahme von 0.05 - 0.50 mg/kg Körpergewicht wird als akzeptabel angesehen. Kupfer gilt jedoch als gefährlich für Organismen, was im Schwimmbadbereich zur Bekämpfung von Algen und Bakterien in Form von kupferhaltigen Algiziden "positiv" ausgenutzt wird. Kupfersulfathaltige Algizide haben aber auch ihre Nachteile, wie z. B. die mögliche Verfärbung von Haaren, Fleckenbildung in Badeanzügen und sogar Korrosivität und Kupferacetat-Ablagerungen. So kann z. B. Kupfer aus Kupferrohren in das Trinkwasser gelangen. Die "Copper/Zinc LR"-Tablette misst gleichzeitig Kupfer und Zink, wobei Zink durch die im Kit enthaltene EDTA-Tablette aus der Reaktion eliminiert wird, bevor die beiden Einzelwerte ermittelt werden. Die Tablette "Dechlor" verhindert Messabweichungen bei hohem Restchlorgehalt.

Legionellen sind gram-negative, nicht sporenbildende Bakterien aus der Familie der Legionellaceae. Eine Unterart, die Legionella pneumophila, ist beim Menschen hauptsächlich für die Infektionskrankheit Legionellose verantwortlich, welche zu einer Lungenentzündung führt und einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen kann. Die Erkrankung an Legionellose ist meist auf eine erhöhte Legionellenkonzentration im Trinkwasser zurückzuführen, die durch fehlende Wasserzirkulation bei Temperaturen zwischen 25 °C und 50 °C zustande kommen kann. Diese Bedingungen herrschen vor Allem in großen Warmwasserspeichern und Rohrleitungen vor. Die Legionellenbelastung im Wasser wird in KBE (koloniebildenden Einheiten)/ CFU (colony forming units) angegeben. Dabei gilt ein Wert von bis zu 100 KBE/ 100 ml im Trinkwasser als unbedenklich. Bei Überschreiten dieses Messwertes besteht für jeden Betreiber Anzeigepflicht an das Gesundheitsamt, sowie Handlungpflicht.

Magnesium ist im Meerwasser in einer Menge von etwa 1300 mg/l enthalten. Es ist damit neben Natrium das am häufigsten vorkommende Kation in den Meeren. In Flusswasser liegt der Magnesiumgehalt bei 4 mg/l, in Seegras bei 6000 - 20000 mg/l und in Meeresfischen und Austern bei 1200 mg/l. Zusammen mit anderen Erdalkali-Ionen ist Magnesium für die Wasserhärte (Gesamthärte) verantwortlich. Wasser mit einem hohen Gehalt an Erdalkali-Ionen wird als hartes Wasser bezeichnet, Wasser mit wenig Erdalkali-Ionen als weich. Magnesium im Wasser: Viele Mineralien enthalten Magnesium, z. B. Dolomit (Calcium-Magnesium-Carbonat; CaMg(CO₃)₂ ) und Magnesit (Magnesiumcarbonat; MgCO₃). Das Magnesium kann aus dem Gestein gewaschen und in Wasser gespült werden. Magnesium kann viele verschiedene Verwendungen finden, so gehen z.B. auch Produktionsprozesse ins Wasser. In der chemischen Industrie wird es als Feuerschutzmittel oder als Füllstoff und anderen Kunststoffen zugesetzt. Als Bestandteil von Düngemitteln und Zusatzstoff in Tierfutter gelangt es sehr leicht in die Umwelt. Magnesiumsulfat wird in der Bierbrauerei eingesetzt, Magnesiumhydroxid als Flockungsmittel in der Abwasseraufbereitung. Außerdem wirkt Magnesium als mildes Abführmittel. Als Legierung mit anderen Metallen kann es für Karosserien von Autos und Flugzeugen verwendet werden.

Mangan ist Bestandteil einer Vielzahl von Erzen und kommt in 0.18 % der Erdkruste vor. Es kommt häufig in eisenhaltigem Grundwasser vor, wenn auch in niedrigeren Konzentrationen als Eisen. Beim Menschen ist Mangan z.B. an der Regulierung des Kohlenhydrat- und Cholesterinstoffwechsels beteiligt und spielt auch eine Rolle bei der Entwicklung des Skeletts. Die empfohlene Zufuhr liegt bei etwa 2 - 3 mg pro Tag (Nahrungsaufnahme, schwarzer Tee). In der Wasseraufbereitung wird Mangan, ebenso wie Eisen, durch Oxidation und anschließende Filtration weitgehend entfernt. Die Eliminierung von Mikroorganismen unterstützt die Vorgänge im Filter. Nicht ausreichend entferntes Mangan im Trinkwasser kann zu einer braun-schwarzen Trübung führen. Kaliumpermanganat ist ein nach der Trinkwasserverordnung zugelassener Stoff zur Oxidation und Desinfektion von Rohrleitungen. Geringe Mengen Mangan führen über einen längeren Zeitraum zu Ablagerungen im Rohrnetz. Bei Bewässerungs-, Rohrnetz- oder Betriebsänderungen (andere Strömungsverhältnisse, Umkehr der Fließrichtung, Umschaltung auf eine entfernte Wasserversorgung) können diese Ablagerungen aufgenommen werden und zu den bereits oben genannten Trübungen führen. Es besteht auch die Gefahr der Rekontamination bei Ablagerung von organischem Material mit dem Mangan ("Nährboden"). Grenzwert der Trinkwasserverordnung: 0.05 mg/l Mn.

Methylethylketoxim, auch bekannt als 2-Butanonoxim, ist eine chemische Verbindung, die als Lösungsmittel und Reagenz in verschiedenen industriellen Prozessen verwendet wird. Es wird auch als Reagenz bei der Bestimmung von bestimmten Metallen und Anionen in Wasser verwendet. Daher kann die Messung des Methylethylketoxim-Wertes von Wasser wichtige Informationen über das Vorhandensein bestimmter Metalle und Anionen im Wasser liefern, die zur Bewertung der Wasserqualität und zur Bestimmung seiner Eignung für verschiedene Verwendungszwecke verwendet werden können.

Molybdat ist ein schwaches Oxidationsmittel und wird als Korrosionsschutzmittel für Rohre und Behälter beim Erhitzen und Kühlen von Wasser eingesetzt. Es ist in üblichen Konzentrationen nicht schädlich für Wasserorganismen und Bakterien und ist in geringen Mengen auch im Trinkwasser vorhanden.

Der Nickelgehalt im Meerwasser beträgt etwa 0.5 - 2.0 μg/l, während Flüsse nur etwa 0.3 μg/l Chrom enthalten. Die Nickelkonzentration in Phytoplankton beträgt 1 - 10 mg/l (Trockenmasse), was auf einen Biokonzentrationsfaktor von etwa 103 - 104 zu Meerwasser schließen lässt. Benthische Algen, die sowohl im Süß- als auch im Salzwasser vorkommen, enthalten 0.2 - 84 mg/l, Seekrabben 0.14 - 60 mg/l, Mollusken 0.1 - 850 mg/l und Fische 0.1 - 11 mg/l (alle Werte auf Trockenmasse). Nickel kommt im Wasser vor allem als Ni²⁺ (aq) und möglicherweise als NiCO₃ vor. Es kann gelöst oder komplexiert mit anorganischen Liganden vorhanden sein, aber auch in gebundener partikulärer Form. Nickel kommt in der Natur vor, z.B. vor Schiefer, Sandstein, Tonmineralien und Basalt. Die Hauptquelle für die Nickelgewinnung ist jedoch Pentlandit. Es reichert sich in Sedimenten an und findet sich in verschiedenen biologischen Kreisläufen wieder. Zu diffusen Nickelemissionen aus Großfeuerungsanlagen, Müllverbrennung und Metallindustrie. Nickel kann auch von verschiedenen Industrien direkt in die Kanalisation eingeleitet werden. Es wird in der Galvanikindustrie, bei der Oberflächenbehandlung von Metallen, Legierungen, Nickel-Cadmium-Batterien, als Katalysator und als Pigment verwendet. Reines Nickel wird oft als Schutzschicht auf Stahl- und Kupfergegenstände aufgetragen. Nickel-Kupfer-Legierungen werden schon seit langem für Münzen verwendet. Andere Legierungen werden für Küchengeräte, Schmuck, etc. verwendet. Nickel findet man außer in der Galvanik und als Beize im Textildruck und bei der Verwendung von Nickel als Katalysator für die Fetthärtung und die Herstellung von keramischen Farben , ebenso wie Nickelchlorid. Nickel-Tetracarbonyl kommt als Zwischenprodukt bei der Reinigung des Nickels vor und wird für verschiedene Produktionsprozesse verwendet. Nickelverbindungen finden sich auch in der Landwirtschaft. Spuren von Phosphatdünger und können auf Ackerland in der Nähe von kohle- und ölverbrennenden Industrien gefunden werden. Organische Substanzen haben die Tendenz, Nickel zu absorbieren, auch Kohle und Öl enthalten eine gewisse Menge dieses Elements. Nickelverbindungen finden sich auch in Klärschlamm, sowie in der Schlacke und im Filterstaub von Müllverbrennungsanlagen.

Nitrat und Nitrit sind Pflanzennährstoffe, die seit vielen Jahren als Düngemittel in der Landwirtschaft, aber auch in Kleingärten etc. verwendet werden. Nitrat und Nitrit sind miteinander umsetzbar, abhängig vom Sauerstoffgehalt im Wasser. Die Ursache für gesundheitliche Risiken ist die Gefahr einer Reduktion von Nitrat zu Nitrit. Eine solche Umwandlung findet im Darm durch bestimmte Bakterien statt. Zum anderen können die Speicheldrüsen über die Blutgefäße gestrandetes Nitrat abbauen. Der aktuelle Grenzwert für NO₃⁻ im Trinkwasser liegt nach der deutschen Trinkwasserverordnung bei 50 mg/l und nach der Schweizer Gewässerschutzverordnung bei 25 mg/l, Wässer, die diesen Grenzwert überschreiten, werden oft mit nitratarmem Wasser gemischt, um diesen Grenzwert zu erreichen. In jüngster Zeit wurden die ersten Wasseraufbereitungsanlagen mit Umkehrosmose oder Nanofiltration gebaut, um den Nitratgehalt im Trinkwasser zu senken.

Nitrat und Nitrit sind Pflanzennährstoffe, die seit vielen Jahren als Düngemittel in der Landwirtschaft, aber auch in Kleingärten etc. verwendet werden. Nitrat und Nitrit sind miteinander umsetzbar, abhängig vom Sauerstoffgehalt im Wasser. Die Ursache für gesundheitliche Risiken ist die Gefahr einer Reduktion von Nitrat zu Nitrit. Eine solche Umwandlung findet im Darm durch bestimmte Bakterien statt. Zum anderen können die Speicheldrüsen über die Blutgefäße gestrandetes Nitrat abbauen. Der aktuelle Grenzwert für NO₃⁻ im Trinkwasser liegt nach der deutschen Trinkwasserverordnung bei 50 mg/l und nach der Schweizer Gewässerschutzverordnung bei 25 mg/l, Wässer, die diesen Grenzwert überschreiten, werden oft mit nitratarmem Wasser gemischt, um diesen Grenzwert zu erreichen. In jüngster Zeit wurden die ersten Wasseraufbereitungsanlagen mit Umkehrosmose oder Nanofiltration gebaut, um den Nitratgehalt im Trinkwasser zu senken.

Das Redoxpotential [V] bezeichnet eine Kenngröße von chemischen Elementen und Verbindungen, die das Reduktions- oder Oxidationsvermögen quantifiziert. Unter Reduktion versteht man die Aufnahme von Elektronen, unter Oxidation die Abgabe von Elektronen. In einer Redoxreaktion werden Elektronen von dem Reduktionsmittel auf das Oxidationsmittel übertragen, wobei der eine Redoxpartner oxidiert und der andere reduziert wird. Die Triebkraft für diese Reaktion wird als elektrochemisches Potential bezeichnet und ist für jeden Stoff spezifisch. Um unterschiedliche Redoxpaare miteinander vergleichen zu können, wird das Redoxpotential eines jeden Stoffes in Bezug auf die Normal-Wasserstoffelektrode definiert. Die resultierenden Standard-Potentiale (Redoxpotentiale) können dann sowohl negative als auch positive Werte annehmen und diesem Wert entsprechend in der sogenannten Elektrochemischen Spannungsreihe eingeordnet werden. Je negativer das Redoxpotential des Analyten ist, desto größer ist sein Bestreben, Elektronen abzugeben, also als Reduktionsmittel zu wirken. In der Wasseranalytik werden zur Messung des Redoxpotentials ORP-Sensoren (Oxidation-Reduction-Potential) verwendet.

Ozon setzt sich aus 3 Sauerstoffatomen (O₃) zusammen. Es ist ein instabiles Molekül und zerfällt, entweder in der Luft oder in Wasser gelöst, nach relativ kurzer Zeit in Sauerstoff, O₂ und ein Sauerstoffradikal. Die oxidative Wirkung dieses Sauerstoffradikals ist sehr stark und ein Depoteffekt ist ausgeschlossen, da sich zwei Radikale sofort zu O₂ verbinden. Ozon wird direkt vor Ort durch Ozonerzeuger und andere erforderliche geräteähnliche Vorrichtungen erzeugt. Es sind besondere Regeln und Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, da Ozon 10-mal giftiger ist als Chlor. Daher wird Ozon nur während einer einzigen Dosierungsstrecke - außerhalb des Pools - verwendet und muss vor der erneuten Verwendung herausgefiltert werden (Aktivkohle). Die maximal zulässige Konzentration von Ozon, die dem Pool zugeführt wird, beträgt nur 0.05 mg/l, weshalb Ozon als Desinfektionsmittel nicht ausreicht und durch andere - in der Regel chlorhaltige - Desinfektionsmittel ergänzt werden muss. Ozon tötet Bakterien ab, oxidiert organische Verunreinigungen (z.B. Harnstoff), reduziert den Chlorverbrauch und hinterlässt keine störenden Spuren. In der Regel ist die menschliche Nase, die Ozon-Konzentrationen von 1:500.000 wahrnehmen kann, das beste Messgerät. Ozon in Kombination mit Chlor kann jedoch mit der DPD-Methode gemessen werden. Durch Zugabe von Glycin wird Ozon eliminiert, so dass Chlor allein gemessen werden kann, wobei aus der Differenz der Ozongehalt bestimmt wird.

Biguanid-Desinfektionsmittel werden auch als Alternative zu Chlor immer beliebter. Anders als mit anderen Ersatzstoffen, wie z. B. Ozon oder Aktivsauerstoff, vertragen sich Biguanide nicht mit Chlor-, Brom-, Kupfer- oder Silberverbindungen. Dennoch ist ein Gegenmittel erforderlich, da Biguanide keine oxidative Wirkung entfalten, die z.B. für den Abbau von organischen Stoffen wie Harnstoffen und Schweiß erforderlich ist. Dazu wird in der Regel zusätzlich zum Biguanid Wasserstoffperoxid (H₂O₂) verwendet.

PTSA (1,3,6,8-Pyrentetrasulfonsäure-Tetranatriumsalz) ist ein stabiler fluoreszierender Tracer-Farbstoff, der bei Bestrahlung mit UV-Licht Wellenlängen zwischen 400 und 500 nm emittiert. Er eignet sich hervorragend für die aktive Online-Überwachung der Kühlwasseraufbereitung, wenn dem zu dosierenden Inhibitor eine feste, bekannte Menge zugesetzt wird. Einmal dem Wasserkreislaufsystem zugegeben, ist er zeitlich stabil, reagiert nicht leicht mit anderen Substanzen und ist umweltverträglich.

Peressigsäure (PES) ist eine hochreaktive, hochgiftige organische Substanz, die durch Oxidation von Essigsäure hergestellt wird. Peressigsäure ist ein starkes Oxidationsmittel, welches starke Haut- und Augenreizungen verursacht. Beim Erhitzen auf über 110 °C reagiert sie explosionsartig mit Luft. In der Papierindustrie wird sie als Bleichmittel von Papieren eingesetzt, ebenso in der Textilindustrie und zum bleichen von Stärke. Außerdem findet sie Anwendung als Desinfektions- und Sterilisationsmittel. Handelsübliche Konzentrate sind wässrige Lösungen aus PES, Wasserstoffperoxid und Essigsäure und enthalten 5 - 30 % PES. Zur Anwendung werden sie üblicherweise auf bis zu 0.3 % (3000 mg/l) verdünnt.

Permanganate sind die Salze mit dem Anion MnO₄⁻. Aufgrund ihrer oxidativen Wirkung werden sie industriell zur Abwasser- und Abluftreinigung genutzt. Des Weiteren können sie als chemische Katalysatoren dienen, sind sowohl in der Synthese als auch als Redoxreagenz in der analytischen Chemie weit verbreitet. Letzteres erlaubt eine genaue Quantifizierung mittels photometrischer und titrimetrischer Methoden.

Chemische Familienbezeichnung für aromatische Hydroxylverbindungen des Benzols. Phenole werden hauptsächlich aus Steinkohlenteer gewonnen. Phenole sind u. a. auch im pflanzlichen, tierischen und menschlichen Körper enthalten. Herstellung und Anwendung: Phenol ist ein Nebenprodukt von Kokereien. In der Industrie sind sie vor allem in Öl, in Farben und Lacken, in Gießereien, in der Holzverarbeitung, bei der Herstellung von Kunststoffen und Pestiziden zu finden. Typische Beispiele sind Nitrophenole, Chlorphenole und PCP. Industrielle Verwendung findet das PCP auch in der Papierindustrie und in Pflanzenschutzmitteln. Chlorphenol entsteht z.B. als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Medikamenten. Umweltbelastung und Gesundheit: Phenol gilt als Luftschadstoff und wirkt krebserregend auf die Haut und die Atmungsorgane. Die biologische Abbaubarkeit vieler Phenole ist sehr schlecht. PCP wirkt auf Mikroorganismen, Pflanzen, Insekten, Mollusken und ist sehr giftig für Fische. Phenole müssen größtenteils aus dem Abwasser entfernt werden. Abwasseraufbereitung/Trinkwasseraufbereitung: Phenole finden sich in großen Mengen in den Abwässern von Koksöfen, Gaswerken und Holzkohleanlagen, Textilverarbeitungsbetrieben, Raffinerien und der pharmazeutischen Industrie. Aufgrund ihrer schlechten biologischen Abbaubarkeit werden je nach Zusammensetzung anderer Abwässer meist andere Verfahren bevorzugt, z. B. oxidative Verfahren oder Membranverfahren.

Phosphate kommen in der Natur auf vielfältige Weise vor, zum Beispiel nach Regenfällen in den Bergen. Aber auch Waschmittel verwenden Phosphate als Weichmacher. Phosphate sind grundsätzlich ungiftig, fördern sogar das Wachstum von Wasserpflanzen und damit auch Algen, die in Pools wirklich nicht willkommen sind. Wenn Phosphate im Wasser vorhanden sind, können sie mit "Phosphatentfernern" wie z. B. "Accepta 9079" entfernt werden.

Phosphonate sind Salze der Phosphonsäure und organischer Verbindungen. Als Salze existieren primäre (MH₂PO₃) und sekundäre (M₂H₂PO₃) Phosphonate. Die organischen Verbindungen dieser Stoffgruppe (Phosphor) haben die Formel R-PO(OH)₂ (R = Alkylrest oder Arylrest) und unterscheiden sich von den Estern der Phosphorsäure durch die direkte Bindung von Phosphor mit Kohlenstoff (C-P-Bindung). Im Gegensatz dazu sind Phosphate nun (ähnlich wie Sulfate und Sulfonsäuren) COP-Bindungen, die im Vergleich zu CP-Bindungen viel leichter hydrolysiert werden können. Bei Verbindungen dieses Typs sind die Eigenschaften eines Salzes (oder einer Säure) mit den Eigenschaften der organischen Verbindung verbunden. So gibt es viele Verbindungen dieses Typs, die in Wasser löslich sind. Einige technisch wichtige Phosphonate tragen Aminogruppen in der Art von R₂N(CH₂)ₓ-PO(OH)₂ (R = Alkyl oder H). Einige dieser Aminogruppen haben strukturelle Ähnlichkeiten mit Komplexbildnern wie EDTA, NTA oder DTPA und haben eine ähnliche Funktion. Sie können Kationen wie Ca²⁺ in der Lösung einschließen und das chemische Verhalten des Kations verändern. Im Falle von Calcium verschwindet die Eigenschaft, Wasserhärte zu bilden. Es können jedoch auch andere Kationen gebunden werden, um deren chemische Reaktivität abzuschwächen.

Phosphor kommt in der Natur ausschließlich in gebundener Form als Phosphate und Phosphonate vor. Phosphate kommen als Salze zu einem Anteil von 0.09 % in der Erdkruste vor und sind für Lebewesen von essentieller Bedeutung. Sie kommen als Bestandteil von Knochen, der DNA oder als Adenosintriphosphat (ATP) vor, welches als Energielieferant das Leben in der Tier- und Pflanzenwelt erst möglich macht. Da Phosphate auch ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen sind, werden Sie in großen Mengen als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. Damit hat sich Überdüngung zu einem Problem für naheliegende Gewässer entwickelt. Eine hohe Phosphatkonzentration führt dabei zu erhöhtem Pflanzenwachstum und damit zu einer Senkung des Sauerstoffgehaltes. Bei Unterschreitung einer kritischen Sauersoffkonzentration von ca. 3.0 mg/l ist Fischesterben und eine Zerstörung des Ökosystems die Folge. Durch Verwendung phosphathaltiger Waschmittel kann es zu einer zusätzlichen Phosphatbelastung des Trinkwassers kommen.

Polyacrylate, Polymere von Estern der Acrylsäure und von Acrylsäurederivaten mit Alkoholen sind Kunststoffe, die u.a. in Lacken und Klebstoffen als Dispergiermittel eingesetzt werden. Herstellung und Anwendung: Sie werden in der Regel durch radikalische Polymerisation hergestellt, die Einsatzmöglichkeiten von reinen Polyacrylsäureestern sind jedoch aufgrund der niedrigen Glasübergangstemperatur begrenzt. Polyacrylate finden breite Anwendung in Farben, Lacken und Klebstoffen sowie bei der Verarbeitung von Papier und Textilien. Eine bekannte Eigenschaft der Polyacrylate ist das so genannte Polymethacrylat, besser bekannt als Plexiglas ®. Polyacrylate im Wasser: Polyacrylate werden als Dispergiermittel und Kalziumkomplex in Wasch- und Reinigungsmitteln sowie in der Wasseraufbereitung eingesetzt.

Unter Polyaminen versteht man eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, die sowohl endständige als auch sekundäre Aminogruppen in ihrer chemischen Struktur aufweisen. Polyamine, wie z.B. Hexymethylendiamin finden in der Kunststoffproduktion oder als Härtungsmittel für Epoxidharze Verwendung. Andere Polyamine, wie z.B. Spermidin und Putrescin, gehören zu den biogenen Polyaminen und erfüllen wichtige Funktionen im Zusammenhang mit Zellteilung und Zellwachstum.

Quaternäre Ammoniumverbindungen werden zunehmend als Ersatz für das früher etablierte Kupfersulfat-Algizid eingesetzt, um deren Nachteile zu beseitigen (siehe Kupfer). Der Einsatz von Algiziden ist trotz korrekter Anwendung von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln notwendig, um das Algenwachstum zu verhindern.

Gelöster Sauerstoff stellt eine der Hauptursachen für die Korrosion in Heizkesseln und Dampfkreisläufen in Kraftwerken dar. Die Anwendung von Sauerstoffbindern ist eine Möglichkeit, die Korrosion einzudämmen, indem der Sauerstoff chemisch gebunden und damit aus dem System entfernt wird. Als Sauerstofffänger kommen verschiedene Verbindungen wie Hydrazin, Carbohydrazid und DEHA in Frage, die durch Reaktion mit molekularem Sauerstoff zur Bildung von Kohlenstoffdioxid, Wasser, Ammoniak oder molekularem Stickstoff führen können. Hierbei kann es allerdings zur Bildung von Kupfer-Ammoniak Komplexen kommen, was als Kupferkorrosion bezeichnet wird. Kupferrohre werden so zerstört und richten ebenfalls erheblichen Schaden an. Es ist deshalb wichtig, durch Kontrollmessung eine genaue Dosierung von Sauerstoffbindern zu gewährleisten.

Total Suspended Solids (TSS) ist ein Wasserqualitätsparameter, der z. B. zur Beurteilung der Qualität des Abwassers nach der Behandlung in einer Kläranlage verwendet wird. Er ist als konventioneller Schadstoff im U.S. Clean Water Act aufgeführt. Dieser Parameter wurde früher als "non-filterable residue" (NFR) bezeichnet, ein Begriff, der sich auf die identische Messung bezieht: das Trockengewicht der von einem Filter zurückgehaltenen Partikel, typischerweise einer bestimmten Porengröße. Der Begriff "nicht filtrierbar" litt jedoch unter einer (für die Wissenschaft) merkwürdigen Verwendungsbedingung: in einigen Kreisen (Ozeanographie, zum Beispiel) bedeutete "filtrierbar" das Material, das auf einem Filter zurückgehalten wurde, nicht filtrierbar wäre also das Wasser und die Partikel, die durch den Filter gingen. In anderen Disziplinen (z.B. Chemie und Mikrobiologie) und in Wörterbuchdefinitionen bedeutet "filtrierbar" genau das Gegenteil: das Material, das durch einen Filter hindurchgeht, normalerweise "Total dissolved solids" oder TDS genannt. In der Chemie sind die nicht filtrierbaren Feststoffe also das zurückgehaltene Material, das als "Rückstand" bezeichnet wird. Obwohl die Trübung vorgibt, ungefähr die gleiche Wasserqualitätseigenschaft wie der TSS zu messen, ist letzterer (Filtern der Probe, Gewichtung des Rückstands) nützlicher, weil er ein tatsächliches Gewicht des in der Probe vorhandenen partikulären Materials liefert. In Situationen zur Überwachung der Wasserqualität wird eine Reihe von arbeitsintensiveren TSS-Messungen mit relativ schnellen und einfachen Trübungsmessungen gepaart, um eine standortspezifische Korrelation zu entwickeln. Der TSS-Test auf PrimeLab ist eine trübungsbasierte Messung! Sobald die Korrelation zufriedenstellend hergestellt ist, kann sie verwendet werden, um TSS aus häufiger durchgeführten Trübungsmessungen abzuschätzen, was Zeit und Aufwand spart. Da Trübungsmesswerte in gewissem Maße von der Partikelgröße, -form und -farbe abhängen, erfordert dieser Ansatz die Berechnung einer Korrelationsgleichung für jeden Standort. Außerdem können Situationen oder Bedingungen, die dazu neigen, größere Partikel durch Wasserbewegung zu suspendieren (z. B. Zunahme einer Strömung oder Wellenbewegung), höhere TSS-Werte erzeugen, die nicht unbedingt mit einem entsprechenden Anstieg der Trübung einhergehen. Dies liegt daran, dass Partikel oberhalb einer bestimmten Größe (im Wesentlichen alles, was größer als Schlick ist) von einem Tisch-Trübungsmessgerät nicht gemessen werden (sie setzen sich ab, bevor die Messung erfolgt), aber wesentlich zum TSS-Wert beitragen.

Natriumhypochlorit (NaClO) ist das Natriumsalz der unterchlorigen Säure. Der Verwendungszweck ist das Bleichen oder Desinfizieren (zum Beispiel in Schwimmbädern). Der Einsatz in Schwimmbädern ist problematisch, da die Menge ausreichen muss, um neben der Monochloraminstufe auch das vorhandene Ammoniak (oder Amine) zu chlorieren, da nur dann eine ausreichende Desinfektion gewährleistet ist. Natriumhypochlorit ist auch der Hauptwirkstoff von Bleichmitteln und desinfizierenden Haushaltsreinigern. Auch verschiedene Schimmelpilzreiniger oder Abflussreiniger enthalten diese Chemikalie. Sie werden oft als "aktivchlorhaltig" beworben. Die Anwendung von Natrium findet sich weiterhin in der Zahnmedizin. Es wird z.B. bei Wurzelkanalbehandlungen verwendet, um bakteriell infizierte Zähne zu desinfizieren.

Stickstoff ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 7. In molekularer Form ist es mit 78 % Hauptbestandteil der Luft unserer Erdatmosphäre. Für die Natur ist Stickstoff in seiner oxidierten Form von essenzieller Bedeutung. Die Oxidation findet durch biologische Sticksofffixierung unter Bildung von Ammoniak und chemische Stickstofffixierung unter Bildung von Stickoxiden statt. Durch Stickstoffassimilation sind Pflanzen und Bakterien dann in der Lage, komplexe stickstoffhaltige organische Verbindungen- zum beispiel Aminosäuren, zu produzieren. Entsprechend der Ausgangsstoffe unterscheidet man zwischen Ammonium-Assimilation und Nitrat-Assimilation. Stickstoff kann nicht direkt photometrisch nachgewiesen werden, vielmehr kann man durch Nitrat- und Ammoniakmessungen Rückschlüsse auf die Konzentration an oxidiertem Stickstoff schließen.

Sulfate wie Gips, Anhydrit usw. sind in der natürlichen Umgebung weit verbreitet. Grundwasser enthält aus diesem Grund 10 - 30 mg/l Sulfat. Sulfate sind auch Bestandteile von chemischen Düngemitteln, Pestiziden und Reinigungsmitteln. Aluminium- und Eisensulfat werden in der Wasseraufbereitung verwendet. Sulfat gelangt über Industrieabwässer, z.B. aus Papierfabriken und Textilfabriken, in den Wasserkreislauf. Sulfate gehören zu den unbedenklichsten Substanzen im Wasser, können aber die Korrosion von Wasserleitungen verursachen. Wässer, die große Mengen an Sulfat enthalten, können schädlich für Zement sein (Sulfatblüte). Ein hoher Sulfatgehalt in Verbindung mit einem hohen Magnesiumgehalt wie z. B. bei Tee und Kaffee führt zu einer Verschlechterung des Geschmacks. Die maximale Konzentration beträgt 250 mg/l Trinkwasser.

Sulfide sind die Salze des Schwefelwasserstoffs H₂S, einer sehr schwachen Säure. Charakteristisch für Sulfide ist der Geruch nach faulen Eiern. Bei Kontakt mit Säuren (auch mit Kohlendioxid, CO₂, in der Luft), wird der giftige und brennbare Schwefelwasserstoff freigesetzt. Sie reagieren sehr stark mit Oxidationsmitteln wie Kaliumpermanganat oder Kaliumdichromat. Sie sind leicht wasserlöslich, und die Lösung ist stark alkalisch und sehr ätzend. Bei längerer Lagerung der Substanz kommt es zu einer langsamen Reaktion mit Wasser und einer Gelbfärbung. Sulfide werden in Gerbereien als Enthaarungsmittel, im Bergbau zur Erzflotation, in der organischen Chemie als Reduktionsmittel, in der Abwasserbehandlung zur Schwermetallfällung und zur Herstellung von Schwefelfarbstoffen verwendet. Außerdem wird es zum Einfärben von Glas, zur Entfernung von NOₓ (Stickoxiden) aus Abgasen und zum Holzaufschluss verwendet. Sulfide gelangen in Form von Schwefelverbindungen, in organischer und anorganischer Form, über industrielle und gewerbliche Betriebe ins Abwasser. Darüber hinaus können sie auch durch den bakteriellen Abbau von Schwefelverbindungen im Abwasser entstehen. Sulfidhaltige Abwässer können im anaeroben, d.h. sauerstofffreien Zustand aus ursprünglich harmlosen Abwässern sogenannte Sulfidprobleme erzeugen. Dazu gehören Gesundheits- und Sicherheitsprobleme, Schwierigkeiten bei der Abwasserbehandlung, Geruchsbelästigung und die Korrosion von Bau- und anderen Materialien.

Sulfite sind die Salze und Ester der schwefligen Säure H₂SO₃. Die Salze enthalten Sulfit SO₃²⁻ als Anion. Sie werden oft als Konservierungsmittel in Wein, Trockenobst und Kartoffelprodukten verwendet. Sulfite kommen in fast allen Weinen natürlich vor. In Wässern ist Sulfit normalerweise nicht vorhanden, da es ein gutes Reduktionsmittel ist und leicht zu Sulfat oxidiert wird. Die Sulfitkonzentration in Kessel- und Prozesswasser muss regelmäßig überwacht werden, um eine Überdosierung und daraus resultierende Schäden an Materialien zu vermeiden. Sulfit-Testkits verwenden die iodometrische Chemie, bei der Sulfit mit Iodid-Iodat titriert wird. Eine Stärkelösung dient als Indikator.

Die Transmission ist ein physikalisches Maß um die Lichtdurchlässigkeit eines Mediums zu quantifizieren und spielt damit eine grundlegende Rolle in allen spektroskopischen Verfahren. Für die Photometrie als Teildisziplin der Spektroskopie ist die Transmission von entscheidender Bedeutung, da die Messmethode Signalintensitäten misst und damit eine Quantifizierbarkeit des Analyts auf Basis ein oder mehrerer gemessenen Wellenlängen eines Spektrums erlaubt. Das zugrundeliegende Konzept der konzentrationsabhängigen Lichtschwächung wird durch das Lambert-Beer’sche Gesetz beschrieben.

Trübung bezieht sich auf die Fähigkeit des Wassers, bestrahlte, fein verteilte, suspendierte Partikel zu streuen und die Transparenz des Wassers zu verringern. Die Trübung des Rohwassers wird durch organische und anorganische Partikel sowie durch lebende Organismen verursacht. Die Trübung ist daher oft ein Maß oder ein Hinweis auf Verunreinigungen im Wasser. Die Trübung dient in der Wasseraufbereitung zur Überwachung (z.B. schwankende Wasserqualität) und zur Optimierung von Methoden (z.B. Flockung, Filtration). Die Trübung wird durch Messung der Trübung mit Hilfe optischer Instrumente quantifiziert. Die Messwerte werden mit Einheiten angegeben, die sich auf die Kalibrierung von Formazin-Standardsuspensionen beziehen. In der Trinkwasserverordnung werden die Nephelometrischen Trübungseinheiten (NTU) verwendet. Grenzwert der Trinkwasserverordnung: 1.0 NTU.

In nördlichen Breitengraden ist Aktivsauerstoff ein besonders beliebtes alternatives Desinfektionsmittel zu Chlor. Grundsätzlich ist es für die Messung jedoch entscheidend, ob das verwendete Medium Persulfat oder Peroxid enthält. Wasser, das mit persulfathaltigen Medien desinfiziert wurde, wird nach der DPD Nr. 4 Methode gemessen. Bei Verwendung von peroxidhaltigen Desinfektionsmedien werden Wasserstoffperoxid-Tabletten in Verbindung mit den Ansäuerungs-PT-Tabletten verwendet. In beiden Fällen ist die Bezeichnung "Aktivsauerstoff (O₂)" eigentlich irreführend. Es ist nicht der molekulare Sauerstoff, der oxidiert (desinfiziert), sondern ein Sauerstoffradikal, das sich recht schnell mit einem weiteren Radikal zu molekularem Sauerstoff (der Atemluft) verbindet. Dies ist auch der Hauptnachteil dieser Methode; denn die Desinfektionswirkung hält nicht lange an und die Wirkung ist eher begrenzt. Deshalb wird bei der Desinfektion mit Aktivsauerstoff in der Regel in regelmäßigen Abständen Chlor zugegeben. Bei der DPD N° 4-Methode kann es dann allerdings zu falschen Messwerten kommen (bei gleichzeitiger Verwendung von Chlor und Aktivsauerstoff), da das in dieser Tablette enthaltene Kaliumiodid die Persulfate katalytisch spaltet und somit die Summe aus Persulfat und Chlor angezeigt wird.

Es kann verschiedene Gründe für die Messung von Kupferwerten geben: Wenn es um Trinkwasser geht, werden Kupfermessungen durchgeführt, um die Qualität des Trinkwassers zu bestimmen. Es gibt keine offiziell zulässigen Höchstwerte für Kupfer im Trinkwasser, aber es gibt empfohlene Werte zwischen 2 und 3 mg/l. Kupfer ist ein Spurenelement und daher für den Menschen lebensnotwendig. Eine tägliche Aufnahme von 0.05 - 0.50 mg/kg Körpergewicht wird als akzeptabel angesehen. Kupfer gilt jedoch als gefährlich für Organismen, was im Schwimmbadbereich zur Bekämpfung von Algen und Bakterien in Form von kupferhaltigen Algiziden "positiv" ausgenutzt wird. Kupfersulfathaltige Algizide haben aber auch ihre Nachteile, wie z.B. die mögliche Verfärbung von Haaren, Fleckenbildung in Badeanzügen und sogar Korrosivität und Kupferacetat-Ablagerungen. So gelangt beispielsweise Kupfer aus Kupferrohren ins Trinkwasser. Die "Copper/Zinc LR"-Tablette misst gleichzeitig sowohl Kupfer als auch Zink, wobei Zink durch die im Kit enthaltene EDTA-Tablette aus der Reaktion eliminiert wird, bevor die beiden Einzelwerte ermittelt werden. Die ebenfalls im Kit enthaltene "Dechlor"-Tablette verhindert Messabweichungen bei hohem Restchlorgehalt.

Cyanide sind die Salze der Blausäure und werden als hochtoxisch eingestuft. Sie kommen in Form von Blausäure, Cyanid-Ionen, komplex-gebundenen Cyaniden oder organisch gebunden vor. Laut den Deutschen Einheitsverfahren (DEV) wird dabei zwischen leicht freisetzbaren Cyaniden und Gesamtcyaniden unterschieden. So zählen die Blausäure und ihre Alkali- und Erdalkalisalze zu den leicht freisetzbaren Cyaniden und sind damit deutlich giftiger als Gesamtcyanide, zu denen unter anderem Cyanokomplexe gehören. Cyanidlösungen werden im Bergbau zur Extraktion von Silber und Gold aus Gesteinen verwendet, sind aber in Europa seit 2010 für diese Anwendung verboten. Eine weitere Bedeutung haben Cyanidsalze in der Metallbearbeitung, wo sie als Härtereisalze Verwendung finden. Cyanokomplexe sind hinsichtlich ihrer Toxizität unbedenklich und werden auch in der Lebensmittelindustrie verwendet, z.B. in Form von Natriumferrocyanid (E 535) und Kaliumferrocyanid (E 538). Forschungsergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass es auch bei Cyanokomplexen zu photolytischer Spaltung und damit zur Bildung von freien Cyaniden kommen kann. Die zulässige Belastung durch Cyanide ist in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) geregelt. Der Prüfwert für leicht freisetzbare Cyanide beträgt im Grundwasser 10 μg/l (ppb), der für Gesamtcyanide 50 μg/l.

Der pH-Wert (potentia hydrogenii) ist ein Maß für die Stärke der sauren oder basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. Er ist besonders wichtig bei der Aufbereitung von Badewasser, da er u.a. die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln und die Verträglichkeit des Wassers mit Haut, Augen und Materialien beeinflusst. Ein pH-Wert von 5.5 ist ideal für die Haut. Allerdings hätte das Wasser dann so viel Säure, dass nicht nur metallische Werkstoffe korrodieren würden, sondern auch die Augen anfangen würden zu brennen, da Tränen einen pH-Wert zwischen 7.0 und 7.5 haben. daher muss ein Kompromiss gefunden werden. Im Hinblick auf die Materialverträglichkeit sollte der pH-Wert auf keinen Fall unter 7.0 fallen. Gleichzeitig haben pH-Werte über 7.6 nicht nur dermatologische Auswirkungen, sondern beeinflussen auch die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels und damit die Geschwindigkeit, mit der Bakterien abgetötet werden können, negativ. Prinzipiell: Bei pH-Werten über 7.5 beginnt der natürliche Säureschutzmantel der Haut zerstört zu werden (>8.0); bei (mittel-)hartem Wasser kommt es zu Kalkausfällungen (>8.0); die desinfizierende Wirkung von Chlor nimmt ab bei (>7.5); pH-Werte unter 7.0 es bilden sich Chloramine, die die Schleimhäute reizen und Geruchsreizungen verursachen (<7.0); Korrosionserscheinungen an metallhaltigen (Einbau-)Teilen (<6.5); Probleme mit der Flockung (<6.2).

Als Öle werden organische Flüssigkeiten bezeichnet, die sich nicht mit Wasser mischen lassen und sich durch ihre hohe Viskosität auszeichnen. Abhängig von ihrer chemischen Beschaffenheit unterscheidet man zwischen Erdölen, Mineralölen, fetten Öle, pflanzlichen Ölen und ätherischen Ölen. So besteht z.B. Erdöl größtenteils aus Alkanen, Cycloalkanen und Aromaten, während ätherische Öle hautsächlich aus Terpenen und Sesquiterpene bestehen. Durch Raffination und Extraktionsschritte lassen sich Öle in ihre Bestandteile trennen und damit für eine Weiterverarbeitung aufreinigen. Aus diesem Grund finden Öle in unterschiedlichen Bereichen Anwendung- wie z.B. Kunststoffherstellung, Kosmetik, Medizin oder als Kraftstoffe. Öle besitzen einen höheren Brechungsindex als Wasser - sie sind daher das optisch dichtere Medium.